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Start Bericht Sommerkurs

Inschrift – Handschrift – Buchdruck. Medien der Schriftkultur im späten Mittelalter

Interdisziplinärer Sommerkurs Greifswald, 22.–27. September 2014

Vom 22. bis 27. September 2014 fand in Greifswald der einwöchige Sommerkurs „Inschrift – Handschrift – Buchdruck. Medien der Schriftkultur im späten Mittelalter“ statt.

Der Sommerkurs verfolgte das Ziel, in einem interdisziplinären Rahmen an den Umgang mit spätmittelalterlichen Originalquellen in inschriftlicher, handschriftlicher und gedruckter Form heranzuführen. Konzipiert wurde der Kurs von der Arbeitsstelle Inschriften, durchgeführt am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. 21 graduierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden vertraten die mediävistischen Disziplinen Geschichte, Germanistik, Mittellateinische Philologie, Anglistik, Musikwissenschaft, Kirchen-, Kunst-, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte sowie die eHumanities. Experten von der Staatsbibliothek zu Berlin (Oliver Duntze, Falk Eisermann, Jürgen Geiß-Wunderlich), von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Jan Ilas Bartusch) und vom Handschriftenzentrum der Universitätsbibliothek Leipzig (Christoph Mackert) präsentierten in drei vormittäglichen Seminaren theoretisches Grundlagenwissen zu Inschriften, Handschriften und Inkunabeln. Diese Grundlagen wurden dann an den jeweiligen Nachmittagen in praktisch ausgerichteten Lehreinheiten in den Greifswalder Kirchen St. Marien und St. Nikolai (Christine Magin, Jürgen Herold) sowie in der Universitätsbibliothek angewandt und vertieft. Das dichte Programm wurde durch einen öffentlichen Abendvortrag von Felix Heinzer (Freiburg), durch die Besichtigung der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Dom St. Nikolai (Greifswald) sowie durch eine Tagesexkursion nach Rostock ergänzt. Am letzten Kurstag stellten neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer Dissertationsprojekte vor. Die übrigen Stipendiaten hatten zuvor an der Kurswoche in Form von Kurzreferaten zu einzelnen Themen und Objekten mitgewirkt.

Die Stadt Greifswald bot sich als Veranstaltungsort auch deshalb an, weil hier für alle drei im Sommerkurs behandelten Medientypen eine qualitativ und quantitativ signifikante Quellenüberlieferung erhalten ist, die während des Kurses die Arbeit an Originalen ermöglichte. Zudem sind in den vergangenen zehn Jahren umfassende Inventare bzw. Kataloge der mittelalterlichen Greifswalder Inschriften, Handschriften und Inkunabeln im Druck bzw. online publiziert worden, die eine optimale Unterrichtsbasis für den Kurs boten:

• Die Inschriften der Stadt Greifswald, gesammelt u. bearbeitet von Jürgen Herold, Christine Magin, Wiesbaden 2009 (Die Deutschen Inschriften 77), Wiesbaden 2009. Online unter http://www.inschriften.net/greifswald.html.

• Mittelalterliche Handschriften in Greifswalder Bibliotheken: Verzeichnis der Bestände der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums (Dombibliothek St. Nikolai), der Universitätsbibliothek und des Universitätsarchivs, beschrieben von Jürgen Geiß, Wiesbaden 2009. Online unter http://www.manuscripta-mediaevalia.de/?r5a!"Greifswald".

• Inkunabeln in Greifswalder Bibliotheken: Verzeichnis der Bestände der Universitätsbibliothek Greifswald, der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums und des  Landesarchivs Greifswald, bearbeitet von Thomas Wilhelmi unter Mitarbeit von Konrad von Rabenau u. Ewa Dubowik-Belka, Wiesbaden 1997. Online unter http://www.inka.uni-tuebingen.de.

Das rege Interesse im Vorfeld, die lebhaften und konstruktiven Diskussionen während des Sommerkurses und das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gezeigt, dass die vermittelten theoretischen und praktischen Kenntnisse zwar dringend erwünscht, aber im Wesentlichen nur in extrakurrikularen Lehrveranstaltungen zu erwerben sind. Die zahlreichen Aspekte der Materialität von Originalquellen und die Verbindung textlicher und materieller Dimensionen in allen Formen spätmittelalterlicher Überlieferung haben sich einmal mehr für alle Beteiligten, die Dozenten eingeschlossen, als faszinierende und interdisziplinär nutzbare Forschungs- und Unterrichtsfelder erwiesen.

Der interdisziplinäre Sommerkurs des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs Greifswald, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald wurde gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, von der Sparkasse Vorpommern und der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald e. V.

Christine Magin